TIPP der Woche

Schlechte Laune-Ablage:

Wer seine schlechte Laune von zuhause ins Büro mitbringt, soll sie auch dort büromäßig behandeln. Dazu empfiehlt sich eine altmodische Ablage: Schlechte Laune rein, Schublade zu, fertig.

Wiedervorlage nach Büroschluss? Ja. Denn vielleicht hat sich das Schlechte-Laune-Problem bis dahin schon selbst erledigt. Doch wenn man das über die "Wiedervorlage" gar nicht mitbekommt, hat man sich ja selbst um ein kleines Selbstlob in Sachen Gelassenheit gebracht. Wäre doch schade!

© cvk 35/2010


TIPPS aus der Managementpraxis, Vorwochen:

Gruppendynamik und Loser-Typen:

Wenn jemand im Meeting zu einem Thema vehement eine Minderheits-Meinung vertritt, ist er zwar letztlich der Verlierer, aber deswegen noch lange kein Loser-Typ.

Und manchmal liegt er mit seiner Einschätzung sogar richtig: Teamkuscheln, aber auch mitreissende Team- und Gruppenynamik vernebeln schnell den klaren und kritischen Blick auf die wirklichen Erfolgsfaktoren.

Und das "Alle-haben-recht-und-dürfen-mitmachen"-Prinzip mag im Kindergarten Frohsinn entwickeln, hat noch keine Organisation weiter gebracht.

© cvk 34/2010

Niemals Ergebnisse verschweigen!

Der Fall: Eine Verbesserungs-Kampagne entfesselt viel Potenzial und Motivation der Mitarbeiter. Hinterher allerdings grummelt der Vorstand: Kein Durchbruch, sondern nur das Soll erreicht. Nun, auch das gibt zu denken und zeigt Handlungsbedarf.

Die Unternehmenskommunikation will allerdings lieber gar nichts zu dem aus Vorstandssicht mageren Ergebnis mitteilen, um die erlebte Mitarbeiter-Motivation nicht zu desillusionieren.

Falsch: Wenn nichts zum Ergebnis einer Kampagne mitgeteilt wird, bei der alle mit viel Einsatz mitgemacht haben, vernichtet das sehr bald und dauerhaft sehr viel mehr Vertrauen und Motivation, als ein grummelnder Vorstand.

© cvk 33/2010

Wann Sie besser nachgeben!

Sie sehen als Chef eine einmalige Chance für ein Projekt, aber Ihr Teamleiter und sein Team blockieren. Der Teamleiter will einfach nicht mitziehen und führt tausend Argumente an, die Sie allerdings nicht wirklich überzeugen. Was tun: Den Teamleiter und sein Team zwingen, den Teamleiter austauschen?

Wenn Sie mehrfach und ohne überzeugende Begründung (emotionale) Blockaden spüren, müssen Sie den Teamleiter austauschen. In einem Einzelfall jedoch ist es klüger, zunächst einmal nachzugeben: Eine vermeintliche Chance verwandelt sich schnell zum Flop, wenn sie nicht richtig oder nur halbherzig bedient wird.

© cvk 32/2010

Präsentationen bitte im Telegrammstil

Kaum noch jemand, weiß, was ein Telegramm ist: Jede übermittelte Silbe kostete viel Geld. Also sparte man Worte.

Heilsam wäre bei mancher Präsentation, wenn auch dort jedes Wort Geld kosten würde. Viel Geld! So kosten viele unnütze Worte auf manch schlechter Präsentation nur die Geduld - und die Anerkennung des Publikums.

© cvk 31/2010

Chef als Teamleiter

Bevor Sie als Chef eine vakante Teamleiter-Stelle aus Zeit- und Personalnot mit einer nicht geeigneten Person besetzen, übernehmen Sie das Team lieber selbst. Das ist zwar arbeitsintensiv und führt zu allerlei Missbehagen, ist aber immer noch besser, als nach kurzer Zeit eine eben installierte Führungskraft wieder zu de-installieren.

Dennoch: Die Übernahme eines Teams durch den Chef muss ein Povisorium bleiben.

© cvk 30/2010

Was Menschen zusammenführt

Gruppen wollen sich finden. Erst dann werden sie zu Teams. Wer bei einer Neuorganisation oder als neue Führungskraft meint, er könne das mit einer zehnminütigen Ansprache erledigen, braucht sich nicht wundern, wenn das Team chronische Startschwierigkeiten zeigt.

Hilft nichts: Ein neu formiertes Team muss 1-2 Tage in ein Seminarhotel verbannt werden. Dort kann es selbst die  wichtigen Abläufe und Ziele unter veränderter Organisation erarbeiten. Am besten unter externer Moderation – die neue Führung sollte die Chance bekommen, sich einzubringen, ohne auf den Prozess achten zu müssen.

Menschen brauchen diese Team-Initiative. Sie müssen sich in der neuen Zusammensetzung beschnuppern dürfen und hautnah, direkt und gemeinsamen eine stabile Basis ihrer neuen Zusammenarbeit legen.

[War das jetzt ein Werbeblock für Team-Workshops von cvk-consulting? Ja.]

© cvk 29/2010

Entscheiden durch Knöpfe abzählen

Wenn Sie in schwierigen Situationen nicht wissen, ob Sie sich für oder gegen etwas entscheiden sollten, zählen Sie einfach Knöpfe ab an Ihrem Jackett oder Hemd: Ja – Nein – Ja – Nein ...

Wenn Sie dann beispielsweise bei einem „Nein“ gelandet sind und Ihnen widerstrebt dieses Ergebnis zutiefst, können Sie beruhigt davon ausgehen, dass „Ja“ richtig ist.

© cvk 28/2010

Watte im Hirn?

Wer sein Verhalten und seine Entscheidungen stets danach ausrichtet, andere nicht vor den Kopf zu stoßen, hat Watte im Hirn. Damit kann man andere aber nur schwerlich motivieren oder führen. 

© cvk 27/2010

Leseschwächen ...

Immer wieder ärgerlich sind Berichte, Präsentationen und Websites, die man nicht lesen kann (oder will). Ideal-Maße für Texte, die gern gelesen werden wollen: 

Präsentation: Mindest-Schriftgröße 14 Punkt, Zeilenlänge höchstens 2/3 der Folienbreite.

Internet: Text-Schriftgröße 10 Punkt, Zeilenlänge/Spalten: 1/3 bis 2/3 der gesamten Breite. Vermeiden: Zu viel bewegte Bilder im Hintergrund (das lenkt vom Lesen ab).

Berichte: Schrift 10 Punkt, Zeilenabstand 13 Punkt, Zeilenlänge höchstens 70 Zeichen.  

Schriftfarben: Gelb, Grün und Lila vermeiden, ebenso lange Texte in fett oder kursiv, besser Flattersatz (linksbündig) als Blocksatz. Und bitte: ABSÄTZE machen. Besonders in endlos langen Mails.  

Mehr darüber in "Texten & Gestalten" [Seminare] - hier optimieren die Teilnehmernden ihre Texte und Präsentationen aus dem Unternehmensalltag.

© cvk 26/2010

Überzeugt! Und dann muss er zur Toilette...

Wenn Sie einen Kunden gerade zum Kaufabschluss überzeugt haben, lassen Sie ihn besser jetzt nicht mehr allein. Er könnte noch einmal auf andere Gedanken kommen.

Schwierig wird das, wenn der Kunde ausgerechnet jetzt zur Toilette muss. Besser, Sie begleiten ihn auf dem Weg zum stillen Örtchen. Und wenn er erleichtert wieder kommt, sollten Sie besser Ihre geistige Reset-Taste drücken und im Verkaufsprozess wieder ein paar Stufen zurück schalten: Ist dem Kunden noch etwas eingefallen, hat er neue Einwände? Also, nochmal das Ganze.

Das gilt übrigens genau so, wenn Sie in der Konferenz einen Kollegen (oder Ihren Chef) gerade von Ihrem Vorhaben voll überzeugt haben. Jede Entfernung vom Tatort birgt die Gefahr neuer Ideen.

(C) cvk 25/2010

Wie und was bei wem angekommen ist

Hin und wieder sollten Sie genau hinhorchen und hinsehen, ob bei Ihren Mitarbeitern eigentlich angekommen ist, was sie vor einiger Zeit gesagt oder gemeint haben. Manchmal erleben Sie dann Ihr blaues Wunder, wie wenig Ihre Selbstverständlichkeiten auch die Selbstverständlichkeiten Ihrer Mitarbeiter sind.

Nur, wer es immer wieder versteht, die Ist-Befindlichkeit der Mitarbeiter zu erfahren, weiß, welche Maßnahmen im Zweifelsfall zielführend sind.

© cvk 24/2010

Bittere Wahrheiten sofort verkünden

Wer beim Überbringen schlechter Nachrichten (Gehaltskürzung, Karrierestopp, Rückstufung) erst lang die Leistungen des Mitarbeiters lobt, bekommt dann die emotionale Kurve nicht mehr und verspielt jedes Vertrauen für künftige Zusammenarbeit.

Wenn schon schlechte Nachrichten, dann bitte sofort und schonungslos. So haben Sie wenigstens die Chance, trotz Negativ-Botschaft am Ende noch einen für beide Seiten erträglichen Minimalkonsens für die weitere Zusammenarbeit auszuloten.- Das war eine der Erkenntnisse beim letzten Intensivkurs FÜHRUNG.

© cvk 23/2010

Führen macht einsam, aussitzen lähmt

Wer führt, muss dann Entscheidungen treffen, wenn es notwendig ist. Meist auch ohne anderen Zuspruch, einsam und allein.

Dies für alle, die hoffen, irgendjemand oder irgendetwas würde in der Not als rettender Engel erscheinen. Kommt aber meist keiner. Aussitzen verhilft zwar zum Machterhalt (so lange kein Rivale im Rennen ist), führt aber zu nachhaltiger Lähmung im Team.

© cvk 22/2010

Führungs-Hierarchien und Verhalten

Jungen Führungskräften ist das im Seminar schwer begreiflich zu machen: Ein Teamleiter hat mehr Nähe zu seinen Mitarbeitern und verhält sich daher anders als ein Vorstand zu seinen direkt Untergebenen (und am Ende auch zu seinen Mitarbeitern). Mathematisch mag die Zahl der direkt Unterstellten gleich sein. Und dennoch gibt es da ganz beträchtliche Unterschiede ...

(c) cvk 21/2010

Entschleunigen = Vorsicht Mainstream

Die meisten Mainstream-Begriffe vernebeln. Beispielsweise "Entschleunigen".
Die, die es sowieso lieber ein wenig gemütlich haben wollen in ihrem (Berufs)-Leben, brauchen diese Botschaft nicht. Die anderen aber, die gern und mit innerer Leidenschaft Vollgas geben, die werden so ausgebremst.

Warum will unsere Gesellschaft (oder große Teile davon) einfach nicht akzeptieren, dass es Freude machen kann zu arbeiten, Leistung zu bringen, schnell zu leben und dass man damit niemandem weh tut?

Wenn wir schon tolerieren, dass es Menschen gibt, die dazu weniger geeignet sind, dann sollten wir auch zulassen, dass es eine Spezies gibt, die einfach genetisch bedingt stressimmun und fröhlich mehr Leistung bringen kann und will als andere. Lasst sie doch und entschleunigt sie um Himmelswillen nicht!

(c) cvk 20/2010

Tipp der Woche: Führungs-Hierarchien und Verhalten

Jungen Führungskräften ist das im Seminar schwer begreiflich zu machen: Ein Teamleiter hat mehr Nähe zu seinen Mitarbeitern und verhält sich daher richtiger weise anders als ein Vorstand zu seinen direkt Untergebenen (und am Ende auch zu seinen Mitarbeitern). Mathematisch mag die Zahl der direkt Unterstellten gleich sein. Und dennoch gibt es da ganz beträchtliche Unterschiede ...

(c) cvk 19/2010

Tipp der Woche: Gedankenstau? Bewegung hilft
Wenn Ihnen gar nichts mehr einfällt, dann stehen Sie am besten einfach mal auf und gehen ein paar Schritte um ihren Schreibtisch herum (oder wohin auch immer). Schon bekommt unsere blockierten Gedanken neuen Input.

Tipp der Woche: Delegieren ist nicht das Problem

Viele Chefs beklagen sich, dass ihre Führungskräfte nicht delegieren können. Genauer betrachtet liegt das Problem allerdings wo anders.

Manche Führungskräfte halten sich an liebgewordenen Arbeiten fest, weil sie damit innere Sicherheit und kleine, geheime Erfolgserlebnisse gewinnen. Diese Arbeiten zwangsweise an Mitarbeiter zu delegieren, tut nicht gut.

Kluge Chefs sollten einzig und allein darauf achten, ob Führungskräfte ihre Funktion erfüllen. Was sie darüber hinaus machen (oder nicht) sollte für die Ergebnisse der Führungsarbeit nicht relevant sein.

Ein gefährlicher Trugschluss ist es, anzunehmen, dass Führungskräfte ihre eigentlichen Aufgaben besser erfüllen, wenn man ihnen ihre beruflichen Hobbies nimmt.

© cvk 18/2010

Tipp der Woche: Vision und Illusion
Fragte neulich ein Seminarteilnehmer: Wo ist eigentlich der Unterschied zwischen Vision und Illusion? Gute Frage. Wenn man nicht gerade Sprachforscher befragt (oder wikipedia), ist es im Ergebnis eigentlich egal, ob man sich von dem einen oder dem anderen motivieren oder den Kopf verwirren lässt.

© cvk 17/2010

Aktuelle Infos und Termine:

Achtung, Terminänderung: Intensivkurs Führung - der Klassiker! 27.-29.10.2010. Schon jetzt anmelden!

Neu:
Business-English for Managers only / Präsentieren und Verhandeln in Englisch – in Kooperation mit Nina Scheicher, 18.-19.10.2010.  

 


Claus von Kutzschenbach
ist Präsident des BDVT e.V., Köln -

Der Berufsverband für Trainer, Berater und Coaches


Tipps aus der Managementpraxis

Schlechte Laune-Ablage: Wer seine schlechte Laune von zuhause ins Büro mitbringt, soll sie auch dort büromäßig behandeln. Dazu empfiehlt sich eine altmodische Ablage: Schlechte Laune rein, Schublade zu, fertig. Wiedervorlage nach Büroschluss? Ja. Denn vielleicht hat sich das Schlechte-Laune-Problem bis dahin schon selbst erledigt. Doch wenn man das über die "Wiedervorlage" gar nicht mitbekommt, hat man sich ja selbst um ein kleines Selbstlob in Sachen Gelassenheit gebracht. Wäre doch schade! © cvk 35/2010

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